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Gegen Kameras an Öffentlichen Plätzen

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Die Verstärkung von Pinto-Mitarbeitern( Prävention, Intervention und Toleranz) in der Stadt Bern, eine präsente Bevölkerung und besser beleuchtete Strassen können helfen Gewaltdelikte und Vandalismus zu verringern.
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Das ist eine interessante Erfahrung in Bern, ist aber aus kostengründen wohl nur in grösseren Städten machbar. So bleibt bei gefährdeten Gebieten nur die Videoüberwachung übrig, welche Straftaten nur beschränkt verhindern. Man hat aber grössere Chancen, Straftäter zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.
Urs Pfister - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 12. Februar 2010 Verstoss melden
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Für mich sind Kameras in öffentlichen Parkhäusern absolut in Ordnung.
Wir brauchen hingegen keine mehr oder weniger flächendeckende Überwachung der öffentlichen Plätze. Für strafbare Handlungen werden immer Nischen gefunden.
Schliesslich kann es sogar dazu animieren, nahe einer Kamera gesetzeswidrige Taten zu vollbringen.

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Mich hat dieses Ereignis in Seattle schockiert: Jugendliche prügeln – Wachleute schauen zu, titelte die NZZ. Hier der Link:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/wachleute_zuschauen_seattle_gewalt_jugendliche_1.4920766.html
Das zeigt doch, dass die Kameras nur noch Alibi sind, wenn die Zivilcourage auf einem Nullpunkt ist.
Christian Straumann - kandidiert für Grossrat Bern, Piraten 12. Februar 2010 Verstoss melden
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Warum lässt man die Zug-Passagiere heute alleine? Da sitzen wir nun, umgeben von der Technik, die hoffentlich funktioniert. Was ist denn, wenn die Tür mal nicht aufgeht, ich nicht weiss ob ich im richtigen Zug sitze oder mir vielleicht spätabends unwohl ist mit der Gesellschaft? Einsam schaut mir dann die Kamera zu.

Vielleicht kommt auch ein Kontrolleur vorbei, und kontrolliert mich - und ist wieder weg. Er interessiert sich nur für den Schwarzfahrer, sein Job ist zu büssen.

Es könnte anders sein: Kondukteuren betreuen die Zugfahrenden als Kunden, es werden Auskünfte erteilt, Tickets können nachgelöst werden. Verlässliche und sichtbare Präsenz durch ein direktes Gegenüber. Eine ganz anderer, freundlicher Umgang zwischen Passagier und Eisenbahn wird wieder möglich. Ein Gewinn für alle!
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Grundsätzlich ist deine Idee im Sinne eines guten Kundendienstes löblich. Leider ist es aber für die SBB kaum finanzierbar und zudem wird es keine besoffenen Wandalen vom Randalieren abhalten. Darum werden wir wohl nicht um Kameras in Regionalzügen herum kommen.
Christoph Jeanneret - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
Ich zweifle daran, dass die Ausrüstung der Züge mit Kameras günstiger kommt. Da braucht es Material, Umbauten, Datenübertragungskanäle, Speicherplatz, Informatiker, Videobildschirme, rund-um-die-Uhr-Beobachter, Juristen, Videotechniker, Linsenputzer, Ticketkontroll-Equipen, Bahnpolizisten und und und... - Und trotzdem ist das Resultat für die Kunden weniger befriedigend als mit Menschen als Ansprechpartnern.
Christian Straumann - kandidiert für Grossrat Bern, Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Christoph Jeanneret: Dass eine Kamera einen besoffenen Wandalen eher vom Randalieren abhalten soll als ein Kondukteur, finde ich eine ziemlich abwegige Vorstellung. Bestenfalls randaliert er dann ausserhalb des Blickfeldes der Kamera. Sieht die Kamera, wenn einer ein Sitzpolster zerschneidet? Nein.
Um Wandalen abzuhalten, braucht es Kommunikation und Psychologie – und darin sind die Kondukteure den Kameras meilenweit überlegen.
David H - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Christoph Jeanneret

Ich weise auch auf den Widerspruch hin. Du sagst, dass ein Mensch der physisch die Möglichkeit hat einzugreifen könne einen Besoffenen vom Vandalieren abhalten. Dann behauptest du, eine Kamera die keine physischen Eingriffmöglichkeiten hat tue dies?
Denis Simonet - kandidiert für Grossrat Bern, Piraten 21. Februar 2010 Verstoss melden
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Für mich gibt es zwei Argumentationslinien gegen immer mehr Videoüberwachung:
1. Eine freiheitliche. Ich meine - sehr unmodisch - dass zur Freiheit des Menschen auch die Freiheit gehört, Fehler zu machen. Sogar Verbrechen zu begehen. Im Sinne Franklins: "Those Who Sacrifice Liberty For Security Deserve Neither." Mehr dazu unter http://www.balthasar-glaettli.ch/2008/01/31/risikopolitik/
2. Eine pragmatische: Die Freiheitsbeschränkung kann höchstens durch ein klares Plus an Sicherheit gerechtfertigt werden. Hier spielen dann die Erfahrungen aus England eine Rolle. Sie zeigen: "After senior police officers suggested, a few years back, that CCTV had no substantial impact on crime, a research group funded by the Home Office has established that vast spending on systems is almost certainly unjustified."
Source: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/henryporter/2009/may/19/cctv-reduce-crime
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Die Installation von Videokameras (die für unsere angebliche Sicherheit installiert werden) passiert systematisch in unserem Land. Gleichzeitig wird durch die Hintertür die staatliche Zensur eingeführt.
Dahinter steht eine von den Freimaurern getriebene globale Bewegung, die als "Neue Weltordnung" bekannt ist. Sie bedroht die Freiheit aller Bürger aller Nationen dieser Welt.

Ich behaupte, dass die vielen Kameras, die überall installiert wurden unsere Städte keinen Deut sicherer gemacht haben. Was bringt es, wenn man auf den aufgezeichneten Videos im Nachhinein anschauen kann, wie jemand zusammengeschlagen wird? Das macht die Strassen sicher nicht sicherer.
Was aber sicher erreicht wurde ist, dass sich Bürger ab den vielen Kameras bereits unwohl in gewissen öffentlichen Plätzen fühlen.

Sicherheit ensteht durch die faire Verteilung von Reichtum und nicht durch Videokameras.
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Dem Videokamera-Wildwuchs muss Einhalt geboten werden. Verstösse gegen den Datenschutz müssen schärfer geahndet werden. Tun wir dies nicht, kann sich hinter den Kameras eine Denunziantenkultur etablieren. Verdächtig sind grundsätzlich alle. Kommende Technologien werden zudem die automatische Auswertung der Kamerabilder ermöglichen - live verknüpft mit beliebigen Datenbanken.
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Ich bin mit dir einverstanden dass es klare Richtlinien braucht wie Kamerabilder ausgewertet und benutzt werden dürfen. Ein Missbrauch ist unbedingt zu verhindern!
Christoph Jeanneret - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
Das Kameras allzu schnell installiert werden, stimmt nicht.

In Thun und Biel hat man fast Jahre diskutiert bevor jetzt den Einsatz von Videokameras an neuralgischen Orten geprüft hat.

Und ausserdem ist der Datenschutz gewährleistet, da die Bänder nach einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden.

Der Datenschutz ist also gewährleistet.

Schludriger ist hier der Datenschutz von Google-Streetview, über den sich hier weniger Leute den Kopf zerbrechen.
Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
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Was hilft sind Zivilcourage, Bildung, Erziehung, Selbstvertrauen. Was nützt eine Kamera, wenn das Opfer trotzdem niedergeschlagen wird? Vielleicht kann man den Täter fassen, aber verhindert hat man die Tat nicht. Die Tat verhindern könnten andere Passanten, die den Mut haben, gemeinsam einzuschreiten. Je mehr Personen einschreiten, desto eher wird die Situation ohne Gewalt lösbar sein.

Nützlich sind auch Kurse zur Prävention, wo die Menschen Tricks lernen, wie dass man besser nicht auf den Täter zu geht, sondern auf das Opfer. Wenn jemand dem Opfer hilft, statt auf den Täter los zu gehen.

Nützlich sind Streifenpolizisten, die sich als Freund und Helfer verstehen, die sich kümmern, ohne selbst zu provozieren. (Nebenthema: Von daher, so nebenbei bemerkt, ist es nicht hilfreich, wenn sich die Polizei martialisch ausrüstet und ein Streifenpolizist aussieht, wie Rambo im Kriegseinsatz. Anstatt sich Respekt zu verschaffen sollte sich die Polizei überlegen, wie sie schwierigen Jugendlichen helfen kann, denn asoziales Verhalten ist oft ein Hilferuf.)

Nützlich sind vielleicht Notrufknöpfe, die tatsächlich auch eine Patrouille auslösen. Denn dann schreitet jemand ein, der vielleicht noch etwas verhindern kann.

Aber Kameras vermitteln nur eine Scheinsicherheit. Sie schränken dafür anständige Bürger wie mich ein, weil ich mich schlicht unter den Augen einer Kamera nicht mehr wohl fühle.
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Die Tugenden wie Courage, Respekt und Anstand sind nur im moment Abwesend.

Ich war eigentlich nie gegen Kameras an öffentlichen Plätzen, bis jetzt. Ich muss aber sagen, dass ich etwas kritischer geworden bin - rein von den Möglichkeiten derjenigen welche die ganzen Daten sichten müssen. Es fehlt schlicht an resourcen alles abzudecken.

Kameras können im ersten Moment eine sehr abschreckende Wirkung haben, was wünschenswert ist. Jedoch handelt es sich meist nur um eine Verlagerung der Kriminalität und wenn man mehr Kameras anbringt, benötigt man mehr Leute um die Datenflut zu bewältigen - schon schnell steht man vor einer Wand ohne Tür.

Oftmals kommt die Kriminalität auch wieder zurück und man hat nur temprär etwas erreicht. Es muss eine Lösung geben welche Kameras an sinnvollen Plätzen vorsieht ohne dabei aber auf Polizeipräsenz zu verzichten.

In jedem Fall scheint mir eine Aufstockung von Ordnungshütern unausweichlich, sollten die Sicherheitsbedenken steigen und die Bürger besseren Schutz verlangen.
Dino E 8. Februar 2010 Verstoss melden
Kameras an neuralgischen Plätzen machen Sinn zusammen mit einer Notrufseule. Wir haben nicht die Ressourcen zur Verfügung, dass die Bilder Life überwacht werden können. Aber bei einem Ereignis (Straftat) sind wir darauf angewiesen. Beides zusammen hat auch eine gewisse abschrekende Wirkung.
Christoph Jeanneret - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@marc wäckerlin, war auch nicht dafür aber - wie lösen Sie die Probleme, wie Entsorgungsgebühren beim Littering, oder wer zahlt bei Überfällen mit anschliessender Behinderung?
Aufzeichnungen werden nur ausgewertet bei entsprechden Vorfällen, denn eine dauerende Auswertung ist ja gar nicht möglich > also werden Personen wie Sie und ich nie auf einer Auswertung erscheinen.
Hans-Rudolf Mühlemann - kandidiert für Grossrat Bern, SVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
@Christoph Jeanneret: Wenn man Kameras mit Notrufsäulen kombiniert, dann sollen die Kameras erst durch einen Notruf eingeschaltet werden. Die Kamera würde den Betrieb mittels einer LED anzeigen. Das garantiert, das kein Missbrauch betrieben wird. Gleichzeitig würde der Notruf eine Notfallzentrale alarmieren, die Beamten könnten die Situation über die Kamera abschätzen, und sofort eine Intervention auslösen.

@Hans-Rudolf Mühlemann: Wie konnte die Schweiz nur über 700 Jahre ohne Kameras überleben und trotzdem zu einem der sichersten und saubersten Ländern weltweit werden?

Kriminalfälle müssen untersucht und aufgeklärt werden, ganz klar. Aber in erster Linie mit den herkömmlichen Methoden, nicht mit zusätzlicher Überwachung. Man könnte auch die Fingerabdrücke sämtlicher Einwohner speichern (wird mit dem biometrischen Pass auch geschehen!), zusammen mit DNA Proben, und dann bei jedem Gesetzesverstoss, vom kleinsten Vergehen bis hin zum Kapitalverbrechen, die Daten aller Einwohner scannen. Es würde die Aufklärungsrate enorm in die Höhe treiben, wahrscheinlich auch die Zahl der Justizirrtümer, aber es wäre eine Sicherheit zu einem inakzeptablen Preis! Ebenso inakzeptabel ist die steigende Kameraüberwachung.

Die wirksamsten Massnahmen sind nicht Überwachung, sondern Zivilcourage, soziales Engagement, Einschreiten, gute Erziehung, Bildung und Zukunftsperspektiven.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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Kürzlich forderten bürgerliche PolitikerInnen, auf der Grossen Schanze in der Stadt Bern benötige es mehr Videokameras.
Irgendwie ironisch: Es gibt bereits 25 Videokameras und patrouillerende Securitas-MitarbeiterInnen.
So gross ist die Schanze auch wieder nicht, dass 25 Videokameras sie nicht überwachen könnten.

Wenn Videoüberwachung also tatsächlich zu etwas Nütze wäre, gäbe es keine Verbrechen mehr vor dem Hauptgebäude der Universität.

(Kleine, fiese Frage: Spricht dieser Sachverhalt gegen Bürgerliche oder gegen Videoüberwachung?)
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Vieleicht würde auf der Grossen Schanze ein bessere Ausleuchtung dunkler Nischen usw etwas bringen. Sonst gehe ich mit dir einer Meinung, dass noch mehr als die 25 Kameras kaum etwas bringt.
Christoph Jeanneret - kandidiert für Grossrat Bern, GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
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Es werden Kurse für die Intervention bei Gewalt und Vandalismus von einigen Anbietern angeboten und können Leute dazu veranlassen, einzugreifen oder zumindest den Täter dazu zu bewegen, von seiner Tat oder vom Vandalisieren abzulassen.

Durch mehr Eingreifen statt wegschauen, haben Täter und Vandalen eine grössere Hemmschwelle.
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Bravo! Wir haben und schon hart gestritten, weil wir oft ganz anderer Ansicht sind. In diesem Punkt aber geben ich Ihnen voll und ganz recht. Ich freue mich zu sehen, dass wir doch auch gemeinsame Ansichten haben.

Das ist ein guter Ansatz, den ich gern mittrage. Nicht Überwachung, nicht Verbote brauchen wir, sondern Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Erziehung und Bildung. Das sind die nachhaltigsten und wirksamsten Instrumente gegen Vandalismus und Gewalt.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Das freut mich, dass sie diese Idee unterstützen und wir auf einen gleichen Nenner gekommen sind.

Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Gygax Marcel: Ich sperre mich nur dort, wo eine vermeintliche Lösung auf Repression, Verboten oder Überwachung aufbaut. In der Regel sind das auch keine klugen Lösungen.

Gerade bei Repression schaukelt sich die Gewalt oft auch gegenseitig auf, bis sie kaum mehr zu kontrollieren ist; Beispiel Polizei gegen Autonome oder Hooligans oder wen auch immer. Je martialischer die Polizeit auftritt, desto mehr eskaliert die Gewalt.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
@marcel gygax, schön sind diese Kurs für Leute welche sich informieren müssen (Gemeinderäte) und zu wissen was angeboten wird. Die Altglassammelstelle im Dorf, wo aller Unrat deponiert wird, wenn möglich in der Nacht, muss dann vom Gemeindepersonal gepflegt werden und die Verursacher gehen sicher nicht an den wegweisenden Kurs!
Hans-Rudolf Mühlemann - kandidiert für Grossrat Bern, SVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Sie haben recht, dass Polizeipräsenz auch provozierend sein kann.

Meistens ist aber die Polizei angemessen ausgerüstet und greift nur im Notfall ein.

Hier muss ich unserem Sicherheitsdirektor in Bern ein Kränzchen winden.
Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
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.... ob dieses nicht froh ist, wenn dank einer Videoüberwachung die Täter ermittelt werden können.

Ausserdem sind wir alle froh, wenn wir dank Videoüberwachung keine Opfer von Gewalttaten werden. Auch die ZVV hat beispielsweise festgestellt, dass die Anzahl der Sachbeschädigungen an videoüberwachten Orten deutlich zurück gegangen ist. Und ich habe schon mit eigenen Augen gesehen, wie Schlägereien dank einer installierten Überwachungskamera verhindert werden konnten.

Natürlich muss der Datenschutz gewahrt werden und auch ich bin gegen eine flächendeckende Videoüberwachung. Reflexartig aber von einem bösen Überwachungsstaat zu reden, der einen nur ausspionieren will, halte ich für absurd.

Das Argument, man verhalte sich anders, wenn eine Kamera in der Nähe ist, kann ich nur schwer nachvollziehen. Wieso soll ich mich in der Öffentlichkeit anders verhalten, wenn eine Kamera in der Nähe ist? Wovon genau soll mich eine Kamera abhalten?

Im Gegenteil, ich persönlich fühle mich an bestimmten Orten viel sicherer, wenn ich eine Videokamera sehe. Genauso geht es vielen Bekannten von mir und den meisten Personen, mit welchen ich über dieses Thema gesprochen habe.

Aus diesen Gründen erachte ich eine Videoüberwachung (unter Wahrung des Datenschutzes) an neuralgischen Punkten als sinnvoll.
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Ich habe selber die Erfahrung mit einem Gewaltübergriff auf die Freundin gemacht und war froh, dass anhand der Videokamera der Täter identifiziert und schnell verhaftet werden konnte.

Darum bin ich überzeugt dass Kameras für die Identifizierung und Aufklärung eine wichtige Rolle spielen.

Ich denke die meisten die gegen Kameras sind, hatten noch nie eine Erfahrung, bei der sie den Nutzen kennen lernen konnten.

Die Kameras sind aber an Orten, wo eh schon viel Präsenz und soziale Kontrolle vorhanden ist überflüssig.

Es ist eine Massnahme, die gezielt an Orten mit viel Vandalismus und Tendenzen für Gewalt eingesetzt werden sollte.

Unter anderem sind auch eine bessere Beleuchtung und Belebung durch Bars eine Alternative zu den Kameras.

Wenn nicht eine andere Lösung möglich ist, bin ich für die gezielte Videoüberwachung.
Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
Ich verhalte mich definitiv anders, ich fühle mich nicht wohl, wenn eine Kamera mich andauernd beobachtet. Besonders an Orten, wo ich mich längere Zeit aufhalte, dulde ich keine Kameras. Darum klebe ich Kameras in Zügen konsequent ab, denn ein Zug ist auch ein Büro und ich lasse mich beim Arbeiten nicht beobachten.

Ein Notrufknopf würde das Problem auch lösen und dem Opfer schnelle Hilfe garantieren. Wenn schon könnte man die Kamera an den Notrufknopf koppeln: Wenn der Knopf gedrückt wird, schaltet sich die Kamera ein, ein Mensch wird alarmiert, der sofort kontrolliert, ob ein Eingreifen nötig ist, und schickt bei Bedarf eine Patrouille los. Ausserdem könnte ein Mensch in einer Alarmzentrale die Kamera manuell steuern und ganz gezielt ein scharfes Täterfoto auslösen. Die Kamera müsste dann mit einem roten Licht die Aufnahme anzeigen, damit die Menschen trotz Kamera wissen, wann sie beobachtet werden.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Nun, ich verstehe noch immer nicht genau, was Sie daran stört, wenn eine Kamera sie beobachtet. Und nein, ein Zug ist kein Büro, sondern ein öffentliches Verkehrsmittel. Wenn Sie im Zug arbeiten wollen, können Sie sich entweder so hinsetzen, dass sie nicht im direkten Blickwinkel der Kamera sind oder ansonsten irgendwo anders arbeiten. Für mich persönlich ist dieses Argument kein Grund, um weniger Sicherheit in Kauf zu nehmen.

Der Alarmknopf ist eine gute Idee, nur heisst das nicht, dass er Kameras ersetzen muss. Einen solchen Knopf müssen Sie nämlich erst einmal drücken können, was schwierig wird, wenn jemand Sie angreift. Ausserdem überlegt sich jemand eher zweimal, ob er Sie angreifen will, wenn er weiss, dass er von einer Kamera gefilmt wird (habe ich schon erlebt und wurde mir auch immer wieder erzählt), als wie wenn einfach nur ein Alarmknopf in der Nähe ist.
Alan David Sangines - SP 6. Februar 2010 Verstoss melden
Ein Zug ist erstens auch ein Büro; wenn ich Zug fahre, dann will ich auch arbeiten. Wenn ich nur von A nach B kommen will, und keine Gelegenheit habe, die Zeit sinnvoll zu nutzen, dann fahre ich bequemer und schneller mit dem Auto, was wiederum ökologisch weniger sinnvoll ist.

Kameras im zug überwachen den ganzen Fahrgastraum. Darum klebe ich sie ab, um meine Privatsfäre zu wahren.

In Zügen gibt es ausserdem Notbremsen, die man ziehen kann, wenn man in Bedrängnis gerät. Da sind Kameras sowieso überflüssig.

Sie nehmen dadurch nicht weniger Sicherheit in Kauf, denn Kameras bieten keine Sicherheit. Es ist wie bei der Minarettinitiative: Eine Scheinlösung, die rein gar nichts bringt. Kameras sind billiger Populismus.

Ein Alarmknopf könnte so an eine Kamera gekoppelt sein, dass er eine Aufnahme auslöst, wenn jemand in Bedrängnis ist. Einen solchen Knopf kann das Opfer drücken, oder jemand der den Vorgang beobachtet, sich aber nicht traut, selbst einzuschreiten.

Eine weitere innovative Ergänzungsidee zum Alarmknopf: So wie sich jemand, der Angst hat Pfefferspray kaufen kann, könnte jemand sich einen Alarmknopf für die Hosentasche kaufen, der ein Signal aussendet, das von einem fest installierten Alarmknopf empfangen wird, und auch einen Alarm auslöst. So muss er keinen direkten Zugang zu einem Alarmknopf mehr haben, falls ein Täter diesen versperrt.

Nur ein aktives Interventionssystem kann in brenzligen Situationen tatsächlich auch Hilfe leisten. Passive Überwachung erinnert an die DDR, hilft aber nicht wirklich. Ganz nebenbei waren die kommunistischen Staaten die sichersten der Welt, aber zu welchem Preis? Wollen wir das wirklich? Da hatten wir genau das: Sehr hohe Kontrolle und angepasstes Verhalten aller Bürger aus Angst. Und da gibt es Leute, die behaupten, Kameras würden keine Verhaltensänderung nach sich ziehen?!?

Absolute Sicherheit gibt es sowieso nie.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Die beste Lösung in Zügen wäre ohnehin mehr Personal. Vor dem Personalabbau bei den Bahnen konnten nämlich weniger Gewalttaten und Vandalenakte verzeichnet werden.

Ich bin froh, dass die SBB z.B. sogenannte Konfliktvermittler einsetzen, die Leute zu Anstand, Respekt und Verständnis, ermahnen.
Auch die Bahnhofspaten zeigen Erfolg.

Das fördert die Sicherheit und das Verständnis für Anstand, Respekt und Toleranz.

Dann muss auch Herr Wäckerlin nicht mit Klebern herumlaufen, um die Kameras abzukleben.

Man muss sich aber bewusst sein, dass Sicherheit nie gratis ist.

Gygax Marcel - kandidiert für Grossrat Bern, CVP 7. Februar 2010 Verstoss melden
Ich stelle einen markanten Rückgang der Gewalttaten und Vandalenakten an kameraüberwachten Orten fest, dafür muss ich aber eine markante Zunahme selbiger an unüberwachten Orten feststellen. Das zeigt doch, dass Kameraüberwachung die Sicherheit nicht erhöht, sondern ledigilich verlagert.
Und um die ewig gestellte Frage betreffend unterschiedlichem Verhalten bei Überwachung zu beantworten: Ich habe z.B. festgestellt, dass ich meine Freundin nicht küsse, wenn Kameras in der Nähe sind, wohl aber auf öffentlichen Plätzen. Ich weiss ja nicht ob die Kamera gleich live auf eine Internetplattform streamt oder sich der Wächter ab Paaren und Frauen mit Ausschnitten aufgeilt. Wissen Sie das?
Hinzu kommt die staatliche Datensammelwut, die unsere Regierung an den Tag legt. Klar es ist harmlos, mal da ein bisschen zu filmen und dort ein bisschen Fingerabdrücke abzunehmen. Als Informatiker kann ich ihnen aber versprechen, dass der Aufwand diese Daten zu verknüpfen nicht gross ist. Die Gesichterkennung ist weit fortgeschritten und es wäre heute schon möglich ein vollständiges Bewegungsprofil der Bürger zu erstellen. Natürlich machen wir das nicht, oder doch? Ist wohl eine Frage der nationalen Sicherheit. Wenn es um Terroristen geht ist alles möglich, alles zu unserer eigenen Sicherheit, versteht sich.
Beat Klarenhofer - Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Wäckerlin, Sie glauben nicht daran, dass Kameras mehr Sicherheit bringt. Das halte ich für völlig legitim. Ich persönlich habe andere Erfahrungen gemacht. Und zwar war ich schon in einer Situation dabei, wo eine Gruppe Jugendlicher fast auf zwei Jugendliche los gegangen wäre und einer dabei eine Kamera bemerkt hat, seine Freunde davor gewarnt hat und sie sich verzogen (nicht ohne den beiden noch zu sagen, dass sie "ohne Kamera jetzt tot" wären). Für Sie ist es einfach, in dieser Situation zu sagen, dass Kameras nichts bringen, wenn Sie die beiden Jungs fragen, sehen sie das anders.

Anderes Beispiel, in meinem Freundeskreis sind schon einige Opfer von Gewalttaten geworden. Die meisten Opfer trauen sich nachher für lange Zeit nicht mehr richtig in den Ausgang, weil sie immer Angst haben, wieder verprügelt zu werden. Dies geht wohl nach einer Weile weg und ist völlig normal. Aber auch sie sagen mir, dass sie sich viel wohler fühlen, wenn sie an neuralgischen Punkten eine Videokamera sehen.

Von daher, der Vergleich mit der Minarettinitiative hinkt, zumal Kameras halt teilweise doch Übergriffe verhindern können und deswegen doch keine Scheinlösung sind.

Genauso wie der Vergleich mit der DDR. Sie können die staatlichen Strukturen nicht mit der DDR vergleichen. Ausserdem haben wir Datenschutzgesetze, die ich absolut befürworte und die auch wirklichen Datenschutz gewährleisten müssen.

Aber, Personal vor Ort ist Kameras immer vorzuziehen, da bin ich einverstanden.


@Beat Klarenhofer: Nun gut, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie ihre Freundin nicht küssen, wenn Kameras in der Nähe sind. Ihre Sorgen, jemand hinter der Kamera könnte sich ab Frauen aufgeilen oder jemand streamt das Gefilmte direkt ins Internet, respektiere ich, kann sie aber nur schwer nachvollziehen. Schliesslich gibt es den Datenschutz für etwas und man kann hinter jeder Handlung eine schlechte Absicht sehen oder befürchten.

Schlussendlich ist dies wohl auch eine Frage des Vertrauens in den Staat. Wir müssen uns überlegen, ob wir uns mit Kameras an neuralgischen Punkten sicherer fühlen oder ob wir uns durch Kameras beobachtet (oder gar ausgespannert, um Ihr Beispiel zu nehmen) und überwacht (Bewegungsprofil) fühlen. Dies ist aber wohl einfach eine subjektive Wahrnehmung, weswegen es mit der Zeit auch schwierig wird, darüber zu diskutieren, da dies jeder anders sieht. Letztendlich wird sich wohl zeigen, welche Wahrnehmung von der Bevölkerung mehr geteilt wird.
Alan David Sangines - SP 7. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Ja genau. Erst wird Personal abgebaut, dann beschwert man sich über Vandalenakte und installiert Kameras, die wie Beat Klarenhofer richtig bemerkt haben, die Probleme nur verlagern.

Letztlich kann und will man nicht alles überwachen. England sollte uns ein abschrekendes Beispiel sein.

Dafür zeigen Studien, dass Kameras nicht nützen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19543/1.html

Denjenigen unter Euch, die 1984 und Brave New World noch nciht gelesen haben, möchte ich es herzlichst empfehlen.
Marc Wäckerlin - gewählt Grosser Gemeinderat Winterthur, Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
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