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Was hilft sind Zivilcourage, Bildung, Erziehung, Selbstvertrauen. Was nützt eine Kamera, wenn das Opfer trotzdem niedergeschlagen wird? Vielleicht kann man den Täter fassen, aber verhindert hat man die Tat nicht. Die Tat verhindern könnten andere Passanten, die den Mut haben, gemeinsam einzuschreiten. Je mehr Personen einschreiten, desto eher wird die Situation ohne Gewalt lösbar sein.

Nützlich sind auch Kurse zur Prävention, wo die Menschen Tricks lernen, wie dass man besser nicht auf den Täter zu geht, sondern auf das Opfer. Wenn jemand dem Opfer hilft, statt auf den Täter los zu gehen.

Nützlich sind Streifenpolizisten, die sich als Freund und Helfer verstehen, die sich kümmern, ohne selbst zu provozieren. (Nebenthema: Von daher, so nebenbei bemerkt, ist es nicht hilfreich, wenn sich die Polizei martialisch ausrüstet und ein Streifenpolizist aussieht, wie Rambo im Kriegseinsatz. Anstatt sich Respekt zu verschaffen sollte sich die Polizei überlegen, wie sie schwierigen Jugendlichen helfen kann, denn asoziales Verhalten ist oft ein Hilferuf.)

Nützlich sind vielleicht Notrufknöpfe, die tatsächlich auch eine Patrouille auslösen. Denn dann schreitet jemand ein, der vielleicht noch etwas verhindern kann.

Aber Kameras vermitteln nur eine Scheinsicherheit. Sie schränken dafür anständige Bürger wie mich ein, weil ich mich schlicht unter den Augen einer Kamera nicht mehr wohl fühle.
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Die Tugenden wie Courage, Respekt und Anstand sind nur im moment Abwesend.

Ich war eigentlich nie gegen Kameras an öffentlichen Plätzen, bis jetzt. Ich muss aber sagen, dass ich etwas kritischer geworden bin - rein von den Möglichkeiten derjenigen welche die ganzen Daten sichten müssen. Es fehlt schlicht an resourcen alles abzudecken.

Kameras können im ersten Moment eine sehr abschreckende Wirkung haben, was wünschenswert ist. Jedoch handelt es sich meist nur um eine Verlagerung der Kriminalität und wenn man mehr Kameras anbringt, benötigt man mehr Leute um die Datenflut zu bewältigen - schon schnell steht man vor einer Wand ohne Tür.

Oftmals kommt die Kriminalität auch wieder zurück und man hat nur temprär etwas erreicht. Es muss eine Lösung geben welche Kameras an sinnvollen Plätzen vorsieht ohne dabei aber auf Polizeipräsenz zu verzichten.

In jedem Fall scheint mir eine Aufstockung von Ordnungshütern unausweichlich, sollten die Sicherheitsbedenken steigen und die Bürger besseren Schutz verlangen.
Dino Ebener 8. Februar 2010 Verstoss melden
Kameras an neuralgischen Plätzen machen Sinn zusammen mit einer Notrufseule. Wir haben nicht die Ressourcen zur Verfügung, dass die Bilder Life überwacht werden können. Aber bei einem Ereignis (Straftat) sind wir darauf angewiesen. Beides zusammen hat auch eine gewisse abschrekende Wirkung.
Christoph Jeanneret - GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@marc wäckerlin, war auch nicht dafür aber - wie lösen Sie die Probleme, wie Entsorgungsgebühren beim Littering, oder wer zahlt bei Überfällen mit anschliessender Behinderung?
Aufzeichnungen werden nur ausgewertet bei entsprechden Vorfällen, denn eine dauerende Auswertung ist ja gar nicht möglich > also werden Personen wie Sie und ich nie auf einer Auswertung erscheinen.
Hans-Rudolf Mühlemann - Gemeinderat Kehrsatz, SVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
@Christoph Jeanneret: Wenn man Kameras mit Notrufsäulen kombiniert, dann sollen die Kameras erst durch einen Notruf eingeschaltet werden. Die Kamera würde den Betrieb mittels einer LED anzeigen. Das garantiert, das kein Missbrauch betrieben wird. Gleichzeitig würde der Notruf eine Notfallzentrale alarmieren, die Beamten könnten die Situation über die Kamera abschätzen, und sofort eine Intervention auslösen.

@Hans-Rudolf Mühlemann: Wie konnte die Schweiz nur über 700 Jahre ohne Kameras überleben und trotzdem zu einem der sichersten und saubersten Ländern weltweit werden?

Kriminalfälle müssen untersucht und aufgeklärt werden, ganz klar. Aber in erster Linie mit den herkömmlichen Methoden, nicht mit zusätzlicher Überwachung. Man könnte auch die Fingerabdrücke sämtlicher Einwohner speichern (wird mit dem biometrischen Pass auch geschehen!), zusammen mit DNA Proben, und dann bei jedem Gesetzesverstoss, vom kleinsten Vergehen bis hin zum Kapitalverbrechen, die Daten aller Einwohner scannen. Es würde die Aufklärungsrate enorm in die Höhe treiben, wahrscheinlich auch die Zahl der Justizirrtümer, aber es wäre eine Sicherheit zu einem inakzeptablen Preis! Ebenso inakzeptabel ist die steigende Kameraüberwachung.

Die wirksamsten Massnahmen sind nicht Überwachung, sondern Zivilcourage, soziales Engagement, Einschreiten, gute Erziehung, Bildung und Zukunftsperspektiven.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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Kürzlich forderten bürgerliche PolitikerInnen, auf der Grossen Schanze in der Stadt Bern benötige es mehr Videokameras.
Irgendwie ironisch: Es gibt bereits 25 Videokameras und patrouillerende Securitas-MitarbeiterInnen.
So gross ist die Schanze auch wieder nicht, dass 25 Videokameras sie nicht überwachen könnten.

Wenn Videoüberwachung also tatsächlich zu etwas Nütze wäre, gäbe es keine Verbrechen mehr vor dem Hauptgebäude der Universität.

(Kleine, fiese Frage: Spricht dieser Sachverhalt gegen Bürgerliche oder gegen Videoüberwachung?)
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Vieleicht würde auf der Grossen Schanze ein bessere Ausleuchtung dunkler Nischen usw etwas bringen. Sonst gehe ich mit dir einer Meinung, dass noch mehr als die 25 Kameras kaum etwas bringt.
Christoph Jeanneret - GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
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Es werden Kurse für die Intervention bei Gewalt und Vandalismus von einigen Anbietern angeboten und können Leute dazu veranlassen, einzugreifen oder zumindest den Täter dazu zu bewegen, von seiner Tat oder vom Vandalisieren abzulassen.

Durch mehr Eingreifen statt wegschauen, haben Täter und Vandalen eine grössere Hemmschwelle.
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Bravo! Wir haben und schon hart gestritten, weil wir oft ganz anderer Ansicht sind. In diesem Punkt aber geben ich Ihnen voll und ganz recht. Ich freue mich zu sehen, dass wir doch auch gemeinsame Ansichten haben.

Das ist ein guter Ansatz, den ich gern mittrage. Nicht Überwachung, nicht Verbote brauchen wir, sondern Zivilcourage, Selbstbewusstsein, Erziehung und Bildung. Das sind die nachhaltigsten und wirksamsten Instrumente gegen Vandalismus und Gewalt.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Das freut mich, dass sie diese Idee unterstützen und wir auf einen gleichen Nenner gekommen sind.

Marcel Gygax - CVP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Gygax Marcel: Ich sperre mich nur dort, wo eine vermeintliche Lösung auf Repression, Verboten oder Überwachung aufbaut. In der Regel sind das auch keine klugen Lösungen.

Gerade bei Repression schaukelt sich die Gewalt oft auch gegenseitig auf, bis sie kaum mehr zu kontrollieren ist; Beispiel Polizei gegen Autonome oder Hooligans oder wen auch immer. Je martialischer die Polizeit auftritt, desto mehr eskaliert die Gewalt.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
@marcel gygax, schön sind diese Kurs für Leute welche sich informieren müssen (Gemeinderäte) und zu wissen was angeboten wird. Die Altglassammelstelle im Dorf, wo aller Unrat deponiert wird, wenn möglich in der Nacht, muss dann vom Gemeindepersonal gepflegt werden und die Verursacher gehen sicher nicht an den wegweisenden Kurs!
Hans-Rudolf Mühlemann - Gemeinderat Kehrsatz, SVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin

Sie haben recht, dass Polizeipräsenz auch provozierend sein kann.

Meistens ist aber die Polizei angemessen ausgerüstet und greift nur im Notfall ein.

Hier muss ich unserem Sicherheitsdirektor in Bern ein Kränzchen winden.
Marcel Gygax - CVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
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.... ob dieses nicht froh ist, wenn dank einer Videoüberwachung die Täter ermittelt werden können.

Ausserdem sind wir alle froh, wenn wir dank Videoüberwachung keine Opfer von Gewalttaten werden. Auch die ZVV hat beispielsweise festgestellt, dass die Anzahl der Sachbeschädigungen an videoüberwachten Orten deutlich zurück gegangen ist. Und ich habe schon mit eigenen Augen gesehen, wie Schlägereien dank einer installierten Überwachungskamera verhindert werden konnten.

Natürlich muss der Datenschutz gewahrt werden und auch ich bin gegen eine flächendeckende Videoüberwachung. Reflexartig aber von einem bösen Überwachungsstaat zu reden, der einen nur ausspionieren will, halte ich für absurd.

Das Argument, man verhalte sich anders, wenn eine Kamera in der Nähe ist, kann ich nur schwer nachvollziehen. Wieso soll ich mich in der Öffentlichkeit anders verhalten, wenn eine Kamera in der Nähe ist? Wovon genau soll mich eine Kamera abhalten?

Im Gegenteil, ich persönlich fühle mich an bestimmten Orten viel sicherer, wenn ich eine Videokamera sehe. Genauso geht es vielen Bekannten von mir und den meisten Personen, mit welchen ich über dieses Thema gesprochen habe.

Aus diesen Gründen erachte ich eine Videoüberwachung (unter Wahrung des Datenschutzes) an neuralgischen Punkten als sinnvoll.
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Ich habe selber die Erfahrung mit einem Gewaltübergriff auf die Freundin gemacht und war froh, dass anhand der Videokamera der Täter identifiziert und schnell verhaftet werden konnte.

Darum bin ich überzeugt dass Kameras für die Identifizierung und Aufklärung eine wichtige Rolle spielen.

Ich denke die meisten die gegen Kameras sind, hatten noch nie eine Erfahrung, bei der sie den Nutzen kennen lernen konnten.

Die Kameras sind aber an Orten, wo eh schon viel Präsenz und soziale Kontrolle vorhanden ist überflüssig.

Es ist eine Massnahme, die gezielt an Orten mit viel Vandalismus und Tendenzen für Gewalt eingesetzt werden sollte.

Unter anderem sind auch eine bessere Beleuchtung und Belebung durch Bars eine Alternative zu den Kameras.

Wenn nicht eine andere Lösung möglich ist, bin ich für die gezielte Videoüberwachung.
Marcel Gygax - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
Ich verhalte mich definitiv anders, ich fühle mich nicht wohl, wenn eine Kamera mich andauernd beobachtet. Besonders an Orten, wo ich mich längere Zeit aufhalte, dulde ich keine Kameras. Darum klebe ich Kameras in Zügen konsequent ab, denn ein Zug ist auch ein Büro und ich lasse mich beim Arbeiten nicht beobachten.

Ein Notrufknopf würde das Problem auch lösen und dem Opfer schnelle Hilfe garantieren. Wenn schon könnte man die Kamera an den Notrufknopf koppeln: Wenn der Knopf gedrückt wird, schaltet sich die Kamera ein, ein Mensch wird alarmiert, der sofort kontrolliert, ob ein Eingreifen nötig ist, und schickt bei Bedarf eine Patrouille los. Ausserdem könnte ein Mensch in einer Alarmzentrale die Kamera manuell steuern und ganz gezielt ein scharfes Täterfoto auslösen. Die Kamera müsste dann mit einem roten Licht die Aufnahme anzeigen, damit die Menschen trotz Kamera wissen, wann sie beobachtet werden.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Nun, ich verstehe noch immer nicht genau, was Sie daran stört, wenn eine Kamera sie beobachtet. Und nein, ein Zug ist kein Büro, sondern ein öffentliches Verkehrsmittel. Wenn Sie im Zug arbeiten wollen, können Sie sich entweder so hinsetzen, dass sie nicht im direkten Blickwinkel der Kamera sind oder ansonsten irgendwo anders arbeiten. Für mich persönlich ist dieses Argument kein Grund, um weniger Sicherheit in Kauf zu nehmen.

Der Alarmknopf ist eine gute Idee, nur heisst das nicht, dass er Kameras ersetzen muss. Einen solchen Knopf müssen Sie nämlich erst einmal drücken können, was schwierig wird, wenn jemand Sie angreift. Ausserdem überlegt sich jemand eher zweimal, ob er Sie angreifen will, wenn er weiss, dass er von einer Kamera gefilmt wird (habe ich schon erlebt und wurde mir auch immer wieder erzählt), als wie wenn einfach nur ein Alarmknopf in der Nähe ist.
Alan David Sangines - SP 6. Februar 2010 Verstoss melden
Ein Zug ist erstens auch ein Büro; wenn ich Zug fahre, dann will ich auch arbeiten. Wenn ich nur von A nach B kommen will, und keine Gelegenheit habe, die Zeit sinnvoll zu nutzen, dann fahre ich bequemer und schneller mit dem Auto, was wiederum ökologisch weniger sinnvoll ist.

Kameras im zug überwachen den ganzen Fahrgastraum. Darum klebe ich sie ab, um meine Privatsfäre zu wahren.

In Zügen gibt es ausserdem Notbremsen, die man ziehen kann, wenn man in Bedrängnis gerät. Da sind Kameras sowieso überflüssig.

Sie nehmen dadurch nicht weniger Sicherheit in Kauf, denn Kameras bieten keine Sicherheit. Es ist wie bei der Minarettinitiative: Eine Scheinlösung, die rein gar nichts bringt. Kameras sind billiger Populismus.

Ein Alarmknopf könnte so an eine Kamera gekoppelt sein, dass er eine Aufnahme auslöst, wenn jemand in Bedrängnis ist. Einen solchen Knopf kann das Opfer drücken, oder jemand der den Vorgang beobachtet, sich aber nicht traut, selbst einzuschreiten.

Eine weitere innovative Ergänzungsidee zum Alarmknopf: So wie sich jemand, der Angst hat Pfefferspray kaufen kann, könnte jemand sich einen Alarmknopf für die Hosentasche kaufen, der ein Signal aussendet, das von einem fest installierten Alarmknopf empfangen wird, und auch einen Alarm auslöst. So muss er keinen direkten Zugang zu einem Alarmknopf mehr haben, falls ein Täter diesen versperrt.

Nur ein aktives Interventionssystem kann in brenzligen Situationen tatsächlich auch Hilfe leisten. Passive Überwachung erinnert an die DDR, hilft aber nicht wirklich. Ganz nebenbei waren die kommunistischen Staaten die sichersten der Welt, aber zu welchem Preis? Wollen wir das wirklich? Da hatten wir genau das: Sehr hohe Kontrolle und angepasstes Verhalten aller Bürger aus Angst. Und da gibt es Leute, die behaupten, Kameras würden keine Verhaltensänderung nach sich ziehen?!?

Absolute Sicherheit gibt es sowieso nie.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Die beste Lösung in Zügen wäre ohnehin mehr Personal. Vor dem Personalabbau bei den Bahnen konnten nämlich weniger Gewalttaten und Vandalenakte verzeichnet werden.

Ich bin froh, dass die SBB z.B. sogenannte Konfliktvermittler einsetzen, die Leute zu Anstand, Respekt und Verständnis, ermahnen.
Auch die Bahnhofspaten zeigen Erfolg.

Das fördert die Sicherheit und das Verständnis für Anstand, Respekt und Toleranz.

Dann muss auch Herr Wäckerlin nicht mit Klebern herumlaufen, um die Kameras abzukleben.

Man muss sich aber bewusst sein, dass Sicherheit nie gratis ist.

Marcel Gygax - CVP 7. Februar 2010 Verstoss melden
Ich stelle einen markanten Rückgang der Gewalttaten und Vandalenakten an kameraüberwachten Orten fest, dafür muss ich aber eine markante Zunahme selbiger an unüberwachten Orten feststellen. Das zeigt doch, dass Kameraüberwachung die Sicherheit nicht erhöht, sondern ledigilich verlagert.
Und um die ewig gestellte Frage betreffend unterschiedlichem Verhalten bei Überwachung zu beantworten: Ich habe z.B. festgestellt, dass ich meine Freundin nicht küsse, wenn Kameras in der Nähe sind, wohl aber auf öffentlichen Plätzen. Ich weiss ja nicht ob die Kamera gleich live auf eine Internetplattform streamt oder sich der Wächter ab Paaren und Frauen mit Ausschnitten aufgeilt. Wissen Sie das?
Hinzu kommt die staatliche Datensammelwut, die unsere Regierung an den Tag legt. Klar es ist harmlos, mal da ein bisschen zu filmen und dort ein bisschen Fingerabdrücke abzunehmen. Als Informatiker kann ich ihnen aber versprechen, dass der Aufwand diese Daten zu verknüpfen nicht gross ist. Die Gesichterkennung ist weit fortgeschritten und es wäre heute schon möglich ein vollständiges Bewegungsprofil der Bürger zu erstellen. Natürlich machen wir das nicht, oder doch? Ist wohl eine Frage der nationalen Sicherheit. Wenn es um Terroristen geht ist alles möglich, alles zu unserer eigenen Sicherheit, versteht sich.
Beat Klarenhofer - Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
Herr Wäckerlin, Sie glauben nicht daran, dass Kameras mehr Sicherheit bringt. Das halte ich für völlig legitim. Ich persönlich habe andere Erfahrungen gemacht. Und zwar war ich schon in einer Situation dabei, wo eine Gruppe Jugendlicher fast auf zwei Jugendliche los gegangen wäre und einer dabei eine Kamera bemerkt hat, seine Freunde davor gewarnt hat und sie sich verzogen (nicht ohne den beiden noch zu sagen, dass sie "ohne Kamera jetzt tot" wären). Für Sie ist es einfach, in dieser Situation zu sagen, dass Kameras nichts bringen, wenn Sie die beiden Jungs fragen, sehen sie das anders.

Anderes Beispiel, in meinem Freundeskreis sind schon einige Opfer von Gewalttaten geworden. Die meisten Opfer trauen sich nachher für lange Zeit nicht mehr richtig in den Ausgang, weil sie immer Angst haben, wieder verprügelt zu werden. Dies geht wohl nach einer Weile weg und ist völlig normal. Aber auch sie sagen mir, dass sie sich viel wohler fühlen, wenn sie an neuralgischen Punkten eine Videokamera sehen.

Von daher, der Vergleich mit der Minarettinitiative hinkt, zumal Kameras halt teilweise doch Übergriffe verhindern können und deswegen doch keine Scheinlösung sind.

Genauso wie der Vergleich mit der DDR. Sie können die staatlichen Strukturen nicht mit der DDR vergleichen. Ausserdem haben wir Datenschutzgesetze, die ich absolut befürworte und die auch wirklichen Datenschutz gewährleisten müssen.

Aber, Personal vor Ort ist Kameras immer vorzuziehen, da bin ich einverstanden.


@Beat Klarenhofer: Nun gut, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie ihre Freundin nicht küssen, wenn Kameras in der Nähe sind. Ihre Sorgen, jemand hinter der Kamera könnte sich ab Frauen aufgeilen oder jemand streamt das Gefilmte direkt ins Internet, respektiere ich, kann sie aber nur schwer nachvollziehen. Schliesslich gibt es den Datenschutz für etwas und man kann hinter jeder Handlung eine schlechte Absicht sehen oder befürchten.

Schlussendlich ist dies wohl auch eine Frage des Vertrauens in den Staat. Wir müssen uns überlegen, ob wir uns mit Kameras an neuralgischen Punkten sicherer fühlen oder ob wir uns durch Kameras beobachtet (oder gar ausgespannert, um Ihr Beispiel zu nehmen) und überwacht (Bewegungsprofil) fühlen. Dies ist aber wohl einfach eine subjektive Wahrnehmung, weswegen es mit der Zeit auch schwierig wird, darüber zu diskutieren, da dies jeder anders sieht. Letztendlich wird sich wohl zeigen, welche Wahrnehmung von der Bevölkerung mehr geteilt wird.
Alan David Sangines - SP 7. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Ja genau. Erst wird Personal abgebaut, dann beschwert man sich über Vandalenakte und installiert Kameras, die wie Beat Klarenhofer richtig bemerkt haben, die Probleme nur verlagern.

Letztlich kann und will man nicht alles überwachen. England sollte uns ein abschrekendes Beispiel sein.

Dafür zeigen Studien, dass Kameras nicht nützen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19543/1.html

Denjenigen unter Euch, die 1984 und Brave New World noch nciht gelesen haben, möchte ich es herzlichst empfehlen.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
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Das Wichtigste um Vandalismus zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen ist die soziale Kontrolle. Wenn die Leute das Gefühl haben, da schaut doch eh jeder weg, passieren die meisten Gewaltakte. Überwachungskameras geben eine Scheinsicherheit, denn die Kamera kann nicht direkt eingreifen, dazu braucht es Zivilcourage vor Ort.
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Leider ist die Zivilcourage, in einer Gesellschaft in der jeder für sich schaut, nicht ein Allheilmittel.

Mir ist vielmals aufgefallen das die Leute gleichgültig sind und ich sie fragen musste, warum sie nichts unternommen haben.

Die Antwort war meistens:" Ich wollte nicht stören oder jemand anderes soll eingreifen".

Ich bin auch für mehr Zivilcourage und möchte von Ihnen wissen wie Sie die Leute dazu ermuntern wollen.
Marcel Gygax - CVP 5. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Daniel,

ich gebe Dir recht mit mehr Zivilcourage eines jeden Einzelnen liessen sich viele Übergriffe und Vandalenakte verhindern. Einem Mangel an Zivilcourage liegt meistens ein Wertesystem zugrunde, welches durch eine fehlerhafte Erziehung zementiert wurde. In einer Zeit in der die Eltern die Erziehung an den Staat und ans Fernsehen abschieben und somit die Gefährdung eines geregelten Zusammenlebens (bewusst) in Kauf nehmen, erachte ich eine positive Entwicklung auf diesem Gebiet kurz- bis mittelfristig als eher unwahrscheinlich.

Kameras können Übergriffe und Gesetzesübertretungen in ihrer Funktion nicht direkt verhindern, sie erfüllen jedoch eine Abschreckungsfunktion, welche zumindest Impulstäter von gesetzeswidrigen Taten abhalten wird.

Überwachungskameras sind nicht gleichbedeutend mit Überwachungsstaat. Kameraüberwachung ist nur sinnvoll, wenn sie gezielt an neuralgischen Punkten, unter Wahrung des Datenschutzes, eingesetzt wird – von einer flächendeckenden Verwendung ist ausdrücklich abzusehen.

Im Zeitalter von facebook, Handys, Kreditkarten und CUMULUS sollten sich Gegner der Kameraüberwachung bewusst die Frage stellen, ob ihnen 500 Freunde, KeyClub Points oder CUMULUS-Punkte tatsächlich mehr Wert sind als ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit ihrer Familie und Freunde. Wobei hier anzumerken ist, dass bei obenerwähnten Produkten wesentlich intimere Informationen breitwillig (auch zur Weiterverwendung) preisgegeben werden als nur die Rechte am eigenen Bild.
Simon Kaiser - jf 9. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Simon
Mir geht es nicht in erster Linie um den Datenschutz. Sondern darum, dass mit Überwachungskameras keine Probleme gelöst werden...um die nächste Hauskante und schon ist man weg von der Kamera. Wir müssen selber Verantwortung übernehmen. Wer nicht hinschaut, sondern wegschaut ist mitverantwortlich. Zusätzlich brauchen wir auch Vertrauen in die Gesellschaft, das tönt evt. etwas Naiv, doch ohne Vetrauen (mit Kontrolle und klaren Grenzen) funktioniert unsere Gesellschaft nicht.
Daniel Hunziker - GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Simon Kaiser

Ich stimme dir zu, dass eine Videokamera noch keinen Überwachungsstaat macht.

Auch ist die flächendeckende Videoüberwachung nicht vorgesehen und wird auch nie umgesetzt werden.

Zudem ist der Datenschutz gewährleistet, da die Bilder nach einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden.
Und du hast auch Recht, dass sich die Nutzer von Facebook Gedanken zum Datenschutz machen müssen.

Eine Bild der Videokamera kann aber Täter wie du gesagt hast, abschrecken oder bei Gewaltverbrechen ein Beweismittel sein.

Die Täter von Kreuzlingen wären sonst ungeschoren davon gekommen.

Sicher ist das Grundproblem die fehlende Erziehung, die nicht von heute auf morgen verbessert werden kann.
Marcel Gygax - CVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
Vertrauen statt Ängste provozieren würde Kameras und übermässigen Auftritt von Security-Personal unnötig machen. Das Problem liegt in der Grundeinstellung (die in der Erziehung ihren Ursprung hat) Ist deine Welt böse und bedrohlich? Oder gibt es noch Menschlichkeit und gegenseitiges Vertrauen?
Denise Bähler - kandidiert für Stadtrat Thun, EVP 24. Februar 2010 Verstoss melden
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Videoüberwachung zur Verhinderung von Vandalenakten oder Verbrechen schränkt niemanden ein.
Niemand stört sich darüber, dass jedes Warenhaus erfolgreich Videoüberwachung einsetzt. Warum soll das an neuralgischen öffentlichen Punkten nicht auch funktionieren?
Es geht nämlich gar nicht darum, permanent gefilmt oder überwacht zu werden von Personen, welche täglich mehre Stunden hinter der Kamera sitzen; dafür gibt es genug Leute, die dies über deutsche Privat-TV-Stationen möchten.
Es geht einzig darum, Vandalenakte und Gewalttaten einzuschränken.
Denkt einmal drüber nach, dass es die Sicherheit jedes einzelnen erhöht.
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"Videoüberwachung an neuralgischen Punkten schränkt niemanden ein"

"Es geht einzig darum, Vandalenakte und Gewalttaten einzuschränken."

Irgendwie widersprüchlich. Nicht wahr?

Videoüberwachung an neuralgischen Punkten schränkt niemanden ein, an einem nicht überwachten Ort ihre Vandalenakte und Gewalttaten zu vollführen.

Um dies zu verhindern, müsste man eben doch "permanent gefilmt oder überwacht werden". Ein fürchterliches Szenario.

Ich denke es wäre besser Du denkst einmal darüber nach ...
Seb B - Piraten 7. Februar 2010 Verstoss melden
@Beat Schlatter

Wäre es nicht besser, die Polizeipräsenz an diesen Orten zu verstärken?

Polizisten sind flexibler als Kameras und gut ausgebildete Profis. Ausserdem braucht ein Videosystem hohe Investitionen und Leute die diese überwachen, betreuen, steuern, warten etc.
Reto Spinnler - Piraten 21. Februar 2010 Verstoss melden
@Reto Spinnler

Ich freue mich, dass wir uns einig sind, dass die vorhandenen Probleme gelöst werden müssen.

Polizisten sind flexibler als Kameras - und vermutich liegt genau da das Problem: sie sind nämlich nicht dort, wo sie sein sollten. Der Vorteil der Kameras ist, dass sie mit einem einmaligen Investitionsaufwand installiert werden. Personen sind keine vor Ort; das System funktioniert ähnlich einer Webcam: Die Sicherung der Daten bleibt über 48h erhalten, anschliessend werden diese automatisch gelöscht. Die Erfahrung zeigt, dass innerhalb von 48 Stunden die Verzeigungen stattfinden, nachher nicht mehr.
Bei den Polizisten ist doch das Problem der hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, jemand muss deren Einsatz koordinieren und steuern. Dies zeigt, dass Kameras um ein vielfaches billiger sind.
Abgesehen davon könne die Daten wie auch die Überwachung zentral erfasst und auch gesteuert werden.
Beat Schlatter - Delegierter FDP Schweiz, FDP. Die Liberalen 23. Februar 2010 Verstoss melden
@Beat Schlatter, die Freude ist auch auf meiner Seite :-)

Wir Piraten sind grundsätzlich gegen Kameras, vor allem, weil dies der falsche Weg ist, das Problem anzugehen (Symptombekämpfung anstelle von Problemlösung) und weil wir die Privatspähre des Bürgers schützen wollen.

Die 48h Variante ist sicherlich besser als die Version in England, bei der Polizisten life permanent überwachen, allerdings fragt sich dann, wie schnell diese Variante aufgerüstet werden kann. Am Schluss brauchen wir überall Kameras, am besten noch die Nacktkameravariante mit automatischer Bilderkennung, die auch vermummte erkennt und das will ich definitiv nicht!
JA, ich habe etwas zu verbergen; meine Privatspähre!

Wenn es nur darum geht Verbrechen aufzuklären (und dafür sind Kameras auch nicht immer ideal; wie erkennt die "Billigvariante" z.B. einen Vermummten?) ist eine physische Polizeipräsenz sicherlich besser. Ausserdem können wir diese Profis flexibler auch für anderes als "nur" die Aufklärung einsetzen.

Das mit der einmaligen Investition ist leider nur die halbe Wahrheit, es entstehen Kosten für den Unterhalt, das Auslesen des Speichers vor Ort bzw. hinter dem Bildschirm etc. (was Spezialisten benötigt und die sind auch nicht billig).

Sollte sich die Sicherheit nachhaltig verbessern (oder etwa die Wahrnehmung in der Bevölkerung?), können die Polizei- Stellen entsprechend sozialverträglich wieder abgebaut werden. Der Umstand, dass dies nicht schnell geht dient der Sache, Sicherheit ist komplex und Lösungen benötigen Zeit und keine Schnellschüsse. Das gilt ja gerade auch für die Milizarmee in unserem Land, welche beim Thema Sicherheit eine wichtige, ergänzende Rolle spielt.
Reto Spinnler - Piraten 24. Februar 2010 Verstoss melden
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Oder stand schon mal neben einer Kamera eine Erläuterung, wer, wann, wielange und mit welcher Aufgabe zusieht?

Bewege ich mich in der Öffentlichkeit, sehe ich die anderen auch, wie sie mich. Gleichgestellt.

Bewege ich mich unter Kameras - eben darunter - verliere ich die Ansprechpartner, verliere ich das Feedback auf mein Verhalten.

Es geht doch darum, wie die Gesellschaft ihre Normen findet und pflegt. Dies erfolgt doch idealerweise im direkten Dialog, und das braucht natürlich auch Mut. Vielleicht auch mehr Polizisten auf Streife.
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Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass nur schon das Gefühl des Beobachtetwerdens zu einer Verhaltensveränderung führt und damit mit einem Verlust der Freiheit einhergeht. Beobachtete neigen zur Konformität, also zu einem Verhalten, bei dem der Beobachtete davon ausgeht, dass es im Sinne des Beobachters ist. Wir möchten doch keine Gesellschaft, die aus lauter überangepassten Individuen besteht.
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Das Problem muss man wie immer an der Wurzel packen. Wem seine Umwelt gelernt hat seine Mitmenschen nicht zu achten und unangepasst zu zu toleriern, wird sich durch ein paar Kameras nicht stören lassen.
Jane Doe 30. Dezember 2009 Verstoss melden
Verbrechen oder Gewalttaten sind auch eine Verhaltensänderung, die nicht toleriert werden kann.

Ausserdem schränken die häufiger werdenden Gewalttaten, auch die Bewegensfreiheit der Bevölkerung, ein.

Dies kann ebenfalls nicht toleriert werden.


Nun möchte ich, aber bei all der Kritik an Videoüberwachung

einige "realistische" Methoden zur Gewaltbekämpfung von Ihnen hören.
Marcel Gygax - CVP 24. Januar 2010 Verstoss melden
Die Junge CVP unterstützt Gewaltpräventionskurse und Lehrgänge zum richtigen Verhalten in Gewaltsituationen.

Es braucht nicht nur Repression sondern auch Prävention und Verhaltensschulung. Hier setzen wir uns im Grossen Rat ein.
Marcel Gygax - CVP 24. Januar 2010 Verstoss melden
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Es besteht eine grosse Missbrauchsgefahr: Beamte können sich über Weisungen hinwegsetzen und die Systeme ohne Autorisierung aktivieren. Dies kann ganz banale Auswirkungen haben. Statt die Strasse zu kontrollieren, filmten zum Beispiel zwei britische Angestellte der britischen Stadt Sefton mit ihrer Überwachungskamera lieber die Wohnung einer Frau. Stundenlang beobachteten sie, wie die Frau auf die Toilette ging, ein Bad nahm und dann nur mit einem Handtuch bekleidet vor dem Fernseher sass. Dies ist leider kein Einzelfall und kann immer wieder geschehen.

Videoüberwachung erhöht ausserdem objektiv die Sicherheit nicht. Ist ein solches System einmal einsatzbereit, können die auferlegten Restriktionen in der Zukunft ohne grossen Aufwand gelockert werden. Mehr Kameras, weniger Bedingungen, automatische Gesichtserkennung: So wird ein Überwachungsstaat aufgebaut.
14 Kommentare
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Wenn wir noch zum Thema Missbrauchsgefahr kommen, muss ich Ihnen leider abraten: ein Ifone, ein Natel, eine Postcard oder eine Bankkarte zu besitzen.

Falls Sie gerade auf ihrem Facebook- oder Politnetzaccount serven, rate ich Ihnen ebenfalls davon ab, da hier eine grosse Missbrauchsgefahr bestehen könnte.

Wie sie sehen, könnten wir unser modernes Leben gar nicht
leben - ohne eine Missbrauchsgefahr einzugehen.

Auf der einen Seite will die Piratenpartei alle Daten zum downloaden verfügbar machen, aber anderseits möchten sie ihre eigenen Daten schützen.
Eine ziemlich widersprüchliche Argumentation.

Marcel Gygax - CVP 24. Januar 2010 Verstoss melden
Gemach. Für einen Überwachungsstaat fehlen doch noch einige Voraussetzungen. Das Argument von Cedric Meury impliziert eine zentrale Steuerung des Aufbaus der Überwachungsinfrastruktur.

Das Problem ist jedoch ein anderes: Wissen Politiker nicht mehr weiter, fordern sie reflexartig eine Überwachungsinfrastruktur. Was nur den entsprechenden Herstellern hilft. Neuralgische Punkte - ok. Aber wenn heutzutag sogar in McDonalds-Filialen und in McClean-WCs (z.B. am HB Zürich) Videokameras installiert werden, dann geht das zu weit.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax: Sie haben natürlich vollkommen recht, wer Daten schützen will sollte wirklich kein Iphone, Kreditkarten usw. benutzen.
Der Unterschied zu Überwachungskameras ist aber bei solchen Dingen der folgende:
Es ist MEIN persönlicher Entscheid, ob ich ein Iphone benutze, welches meine Daten irgendwohinschickt. Aber ich kann es nicht steuern, wann ich von einer Überwachungskamera gefilmt werde (ausser ich gehe ihnen konsequent aus dem Weg, was bereits heute nicht möglich ist.)

OOT: Die Piratenpartei will nicht alle Daten zum downloaden verfügbar machen. Sie sollten, bevor Sie solche Behauptungen aufstellen, erst ein bisschen recherchieren ;)
Matthias Müller - Piraten 8. Februar 2010 Verstoss melden
1) Wenn sie nichts zu verbergen haben, können sie auch mit Videokameras an Orten, die von Gewalt und Vandalismus geprägt sind, leben.

Wenn sie wirklich ohne Kameras leben wollen, dann dürfen sie nicht in den Coop oder Migros, in die Bank, Post, an den Bahnhof, ins Parkhaus, in den Zug usw.

Mit Kameras wird bereits heute mit Erfolg gegen Diebstahl und andere Vergehen vorgegangen.

Bisher hat sich noch niemand gross daran gestört, da es auch eine Sicherheit für den Kunden bedeutet.

Natürlich bin ich absolut nur für Kameras an Orten, wo Gewalt und Vandalismus sich ausbreiten.

2) Ich korrigiere mich beim Datendownload

Die Piratenpartei ist für die Aufweichung des Urheberrechts,
was ich nicht befürworten kann.
Marcel Gygax - CVP 9. Februar 2010 Verstoss melden
Für Kameras gegen Warendiebstahl habe ich ein gewisses Verständnis. Es ist ein Problem, das in klar begrenzten, privaten Räumen auftritt. Wenn die Datenschutzauflagen beachtet werden, kann ich damit leben.

Will man Kameras aber gegen Vandalismus und Kriminalität auf den Strassen einsetzen, ufert die Sache aus. Denn die Kameras führen nur dazu, dass sich ein Teil der Probleme auf Bereiche verlagert, die von den Kameras nicht erfasst werden. Dies zeigen die Erfahrungen aus Grossbritannien. Es ist eine Illusion zu Glauben, man könne Erziehung an Kameras delegieren. Darum bin ich gegen Kameras auf öffentlichem Grund, in Bahnhöfen und Zügen. Wenn wir hier nicht Stopp sagen, entwickeln wir uns tatsächlich zu einem Überwachungsstaat, der seinen Bürgern misstraut und sie auf Schritt und Tritt überwachen muss.
David H - Piraten 9. Februar 2010 Verstoss melden
Im Prinzip hat das Aufstellen von Kameras nur sehr bedingt (wenn überhaupt) eine vorbeugende Wirkung. Eine Kamera hindert niemanden daran, jemanden auszurauben oder zusammenzuschlagen.
Sie können (und auch das nicht immer) höchstens zur Aufklärung solcher Verbrechen beitragen, was meines Erachtens die Sicherheit nicht wirklich erhöht.
Mal angenommen, ich will in einem Kameraüberwachtn Raum jemanden erschlagen, dann brauche ich nur eine Maske überzuziehn, und schon bringt die beste Kamera nich mehr viel.
Wenn Kameras etwas bewirken, dann höchstens eine Umzonung der "Risiko"-Orte in nicht überwachte Gebiete.
Zudem, mal ehrlich: wer will denn die Leute bezahlen, die die ganze Zeit die Kameras bedienen? Denn Kameras sind erst dann einigermassen schützend, wenn sie eine Echtzeitüberwachung bieten, was definitiv nicht finanzierbar wäre.
Matthias Müller - Piraten 9. Februar 2010 Verstoss melden
Bis zum Überwachungsstaat braucht es noch viel!

Wenn sie nicht mir Videokameras leben können
schlage ich vor, sie zeigen an den Orten, die relevant für Gewalt und Vandalismus sind Präsenz, oder sie stimmen der Initiative für mehr Sicherheit in Bern zu.

Sicherheit ist nie gratis, was eine Tatsache ist.

Sind sie bereit an diesen Orten Präsenz zu zeigen oder haben sie ausser Kritik noch Lösungen.
Marcel Gygax - CVP 10. Februar 2010 Verstoss melden
Die Präsenz erhöhen an solchen kritischen Orten wäre meines Erachtens die bessere Lösung, da dadurch die Intervention besser und schneller gewährleistet würde.
Ob man diesen Auftrag an die Polizei abgeben, oder an private Sicherheitsunternehmen, spielt meiner Meinung nach keine grosse Rolle.
Matthias Müller - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
Meistens bräuchte es eher Jugendarbeiter als Sicherheitspersonal – oder einfach Leute, die nicht wegschauen.
David H - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
Nun, Leute die wegschauen wird es wahrscheinlich immer geben. Zudem bringen Jugendarbeiter auch nicht viel.
Was wirklich fehlt, ist die richtige Erziehung, aber dies ist ein anderes Thema.

@Marcel Gygax: wäre denn für Sie eine erhöhte Präsenz anstelle von Kameras eine akzeptable Lösung?
Ich persönlich sehe darin nämlich den grösseren Nutzen.
Matthias Müller - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
Jugendarbeiter können sehr viel bringen. Man muss mit den Jugendlichen reden und sie ernst nehmen, nicht immer gleich mit der Polizei einfahren.
David H - Piraten 10. Februar 2010 Verstoss melden
Der Glaube an Videokameras hat zuweilen okkulte Züge. Sie lösen keine Probleme, sondern schaffen mittel- bis langfristig neue. Menschliche Probleme lösen Menschen besser.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 10. Februar 2010 Verstoss melden
@Matthias Müller

Sicher ist auch eine erhöhte Präsenz und Belebung der Bevölkerung eine Möglichkeit, um Gewalt- und Vandaltaten zu verringern.
Auch Pinto-Mitarbeiter(Prävention, Intervention und Toleranz) können Konflikte teilweise lösen. (Hat sich in Bern bewiesen)

Eine gute Erziehung ist aber immer noch der Schlüssel für eine anständiges Verhalten und eine gewaltfreie Lösung von Konflikten.
Diese wird aber leider nicht so schnell zu verbessern sein.
Marcel Gygax - CVP 11. Februar 2010 Verstoss melden
@Marcel Gygax

Sie sagen es, eine gute Erziehung wäre der Schlüssel...
Aber seh ich das richtig, dass für Sie also Kameras nicht die einzige Lösung ist, die für Sie in Frage kommt, sondern dass auch Sie eine "menschliche" Lösung bevorzugen würden?
Matthias Müller - Piraten 11. Februar 2010 Verstoss melden
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Viele Kameras werden nicht zur Verhinderung oder Aufklärung von Gewaltverbrechen, also zur Schaffung von Sicherheit installiert, sondern um «unangepasstes» oder ungewünschtes Verhalten insbesondere der Jugend zu unterbinden. Damit wird das Problem aber nur verlagert.

Heute wird nicht mehr kommuniziert und eine Lösung gesucht. Man scheut die Auseinandersetzung und installiert stattdessen Kameras. Es ist aber eine gefährliche Illusion zu meinen, man könne Betreuungspersonen, Zugbegleiter, Zivicourage usw. durch Kameras ersetzen.
14 Kommentare
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Na ja, solange man sich genötigt fühlt, den eigenen Familiennamen zu verbergen, brauchts wohl Kameras ;-D
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 2. August 2009 Verstoss melden
Ich werde ungern zu politischen Ansichten gegoogelt. Jeder soll selber bestimmen, wem er wieviel preisgibt.
David H - Piraten 2. August 2009 Verstoss melden
Das hab ich verstanden.
Wenn man in einer Demokratie nicht mehr zu seiner Meinung stehen kann, dann ist das wohl schon keine mehr...
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 3. August 2009 Verstoss melden
Leute die einen vollen Namen brauchen um eine Meinung erst nehmen zu können haben ein Kontrollproblem. Ich kann gut mit einem Pseudonym diskutieren.
David L 10. August 2009 Verstoss melden
Ich kann auch gut mit meinem Spiegelbild sprechen.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 11. August 2009 Verstoss melden
Siehe zur selben Thematik auf folgende Debatte, die ich gerade entdeckt habe: http://streetview.politnetz.ch
Elisa Schlup 8. September 2009 Verstoss melden
Deshalb unterstützen sie die Junge CVP,

die sich für Gewaltpräventionsprogramme und für Verhaltenskurse in Gewaltsituationen,

im Grossen Rat einsetzt.
Marcel Gygax - CVP 24. Januar 2010 Verstoss melden
Die «Gewaltprävention» der JCVP, ganz besonders die von Herrn Gygax, bedeutet nichts anderes, als dass man Computerspiele verbieten, die Medien zensieren will. Das ist keine Lösung. Insbesondere muss man ganz klar unterscheiden zwischen Jugendschutz, wo man über Einschränkungen bei gewissen, besonders brutalen oder unethischen Spielen diskutieren kann, und Erwachsenen, denen die Politik nicht vorzuschreiben hat, was sie spielen oder konsumieren dürfen.

Die Lösung der Piratenpartei ist da viel offener und nachhaltiger: Wir wollen die Schule stärken und das Bildungsniveau erhöhen. Jugendlichen mit Problemen, die sich nicht an ihre Eltern wenden können, soll ein gutes psychologisches Netz zur Verfügung stehen. Wer gut gebildet ist, wer sich wohl fühlt in seiner Rolle in der Gesellschaft, wer gute Zukunftsperspektiven hat, macht weniger Unsinn. Die gescheiterten Existenzen, Süchtigen, Amokläufer sind sehr oft auf eine tragische Biografie zurückzuführen, nicht auf Spiele. Das ist auch der Punkt, wo wir ansetzen. Mit mehr Verantwortungsbewusstsein braucht es keine Kameras.

@Bruno Habegger hat offenbar die Bedeutung von Datenschutz noch nicht verstanden, das ist sehr bedauerlich, zumal die GLP sehr fortschrittlich und offen ist. Genau darum ist es sehr wichtig, dass die Piratenpartei in die Parlamente kommt, um da für den Datenschutz zu sensibilisieren.

Herr Habegger, es macht einen Unterschied, ob Sie und ich diskutieren oder David H oder L, denn wir beide bewerben uns für ein politisches Amt, wir gehen bewusst in die Öffentlichkeit und müssen darum unsere Privatsfäre teilweise aufgeben, besonders unsere politischen Ansichten offenlegen, denn wir sind unseren Wählern gegenüber dazu verpflichtet.

Der gewöhnliche Bürger aber, der nicht kandidiert, kein Amt anstrebt, hat durchaus das Recht, erstens seine Meinung zu äussern, und das zweitens auch anonym zu tun. Anonymität ist ein wichtiges Element der persönlichen Freiheit.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Marc Wäckerlin: Das ist schon klar. Und glauben Sie mir (mir sträuben sich beim Gesieze auf einer sozialen Plattform die Nackenhaare, woran liegt das bloss?) ich bin ein grosser Freund des Datenschutzes, siehe z.B. http://www.pctipp.ch/meinung/43324/das_freitagsbit_o_sole_mio.html oder http://www.pctipp.ch/meinung/42424/das_freitagsbit_ich_habe_steuerdaten_geklaut.html und http://www.pctipp.ch/meinung/44799/das_freitagsbit_ich_habe_nichts_zu_verstecken.html und andere.

Debatten und Anonymität ist für mich einfach ein Widerspruch. Ich kann nur mit jemandem debattieren, der zu seiner Meinung steht. Alles andere neigt sich dem Getrolle zu.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 6. Februar 2010 Verstoss melden
In dem Fall Bruno (Ich passe mich halt an). Wie Du siehst trollen David H & L nicht. Ihre Beiträge sind von guter Qualität. Miss doch den Inhalt, nicht den Namen, oder den Wunsch des Schreibers nach Anonymität. Ich meinerseits werte jeden Beitrag am Inhalt, unabhängig vom Namen.

Danke für Deine amüsanten Blogs.

Ein Troll zeichnet sich durch Destruktivität aus. Das kann man gut erkennen, egal wie er sich nennt.
Marc Wäckerlin - kandidiert für Kantonsrat Zürich, Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
Ich versteh Dein Argument, lieber Marc. Ich habe ja "neigt sich dem Getrolle zu" geschrieben. Ich beziehe mich nur auf eine Grundsatzfrage, die wohl die Betreiber dieser Plattform mal klären müssen. Es ist etwas anderes, hier zu diskutieren oder in einem herkömmlichen Diskussionsforum.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 6. Februar 2010 Verstoss melden
@Bruno Habegger: Ich stehe voll zu meiner Meinung, möchte aber nicht, dass man sie googeln kann. Ich habe im Profil mein Blog verlinkt, und auf Switch findest du (<- ist mir auch lieber) meine Angaben, wenn du nach der Domain fragst. Ich kann sie dir auch mailen, wenn du das wünschst. Es geht mir also nicht um Anonymität gegenüber der Gesprächspartnern hier, sondern darum, dass ich nicht will, dass irgendwer mein Privatleben (solange ich für kein Amt kandidiere, gehören solche Debatten auch zu meinem Privatleben) ergoogeln und noch nach Jahren erforschen kann.
David H - Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
David, ich weiss und glaube Dir das. War auch nicht persönlich gemeint. Es geht nur um ein grundsätzliches Problem in solchen Debatten. Es besteht die Gefahr, dass im Schutz der Anonymität die Qualität der Beiträge sinkt.
Bruno Habegger - Kommission für öffentliche Sicherheit Langenthal, GLP 6. Februar 2010 Verstoss melden
Und noch eine Anmerkung @Bruno Habegger: Ein gefakter Name werden die Betreiber wohl nicht verhindern können. Eine wirkliche Identitätsprüfung wäre sehr aufwändig.

@Politnetz: Evtl. könnte man eine Ersetzung des Namens durch ein Bild wie bei Abgeordnetenwatch in Betracht ziehen. Jedoch würde das auch wieder schwierig, weil sich die Leute ja dann mit dem Namen auch ansprechen.
David H - Piraten 6. Februar 2010 Verstoss melden
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